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Ab in den Süden

Alternative Algarve – Teil 2

Alternative Algarve – Teil 2
April 01
10:33 2015

Der weniger bekannte Westen der Algarve hat für jeden Naturliebhaber die richtige Landschaft zu bieten. Nachdem wir im letzten Teil das Gebirge um Monchique erkundeten, ist es jetzt Zeit, das Surfbrett zu zücken und einen Ausflug an die Küste zu machen.

Auf dem Weg dorthin nutzen wir gleich die Möglichkeit, einige der malerischen Küstenorte kennenzulernen.

Circa 10km von Aljezur entfernt liegt das kleine Dorf Monte Clerigo, wo die malerischen weiß gekalkten Häuser sich am Hang entlang bis zu einem langen Strand mit weichem Sand ausdehnen.

Auch Odeceixe scheint am Berg entlang in das weite Tal des gleichnamigen Flusses zu purzeln. Außerhalb der Saison ist es ein verschlafenes Städtchen, jedoch ziehen der Hochsommer, der einzigartige Strand und die entspannte Atmosphäre viele junge Surfer und Familien an. Im Ortszentrum gibt es einige Bars, Lebensmittelgeschäfte und Souvenirläden sowie eine Handvoll charmanter Cafés. Wir ließen uns verführen und machten es uns in einem malerischen Innenhof zwischen Orangenbäumen auf ein Getränk gemütlich. Das Café war Teil eines Souvenirladens, in den wir nur für ein paar Postkarten geschlendert waren und diese traumhafte Atmosphäre traf uns wahrlich unerwartet.

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Unerwartete Oase: Zitronenbäume in einem Freiluftcafé hinter einem Souvenirladen

Eine 4km lange Straße am Fluss entlang führt direkt zum Strand und in den Sommermonaten fährt auch ein kleines Bähnchen hierher. Dieser Strand liegt äußerst geschützt, jedoch ist stets Vorsicht geboten, denn die Westküste ist bekannt für ihre ausgezeichneten Surfbedingungen und riesigen Wellen. Oberhalb des Strandes gibt es Parkmöglichkeiten und einige Häuser und Cafés entlang der steilsten Straße, die wir je in unserem Leben gesehen haben – einschließlich unserer Erkundungstouren durch San Francisco!

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Der Strand von Odeceixe und direkt gegenüber der Fluss ‚Seixe‘

Weitere beliebte Strände innerhalb des Costa Vicentina Nationalparks sind Porto Covo, Arrifana und Praia do Amado, der bei Surfern auch sehr beliebt ist. Der erste Strand, den wir in Carrapateira in der Nähe des Städtchens Bordeira entdeckten, ist einer der schönsten Strände, die wir jemals gesehen haben – wenn nicht sogar der Schönste. Man muss ihn in Wirklichkeit sehen, um seine Größe verstehen zu können. Er ist mindestens 2km breit und ähnelt deshalb einer kleinen Wüste – mit dem Vorteil, dass das Meer stets in Sichtweite ist. Es gibt einen Parkplatz auf Strandhöhe, wir entschieden uns jedoch, oberhalb des Strandes zu parken und die unglaubliche Aussicht von hieraus zu genießen. Diverse Holzstege führen an Aussichtspunkten vorbei zum Strand hinunter, wo wir einen zu diesem Zeitpunkt kleinen und flachen Bach überquerten. Aber mehr dazu später! Die Surfer hatten wir schon von einem der Aussichtspunkte beobachtet, aber vom Strand aus ist die schiere Größe und Stärke der Wellen schlichtweg ehrfurchtgebietend.

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Die Wellen wurden teilweise selbst den erfahrensten Surfern zu turbulent.

Wir ließen uns am Strand nieder und Martha stürzte sich mutig in die Fluten, die nach wenigen Schritten bereits wild auf sie einschlugen. Nigel gab dem Wasser kurz eine Chance, verzog sich aber schnell wieder und entschied, dass es mehr Spaß machte, Martha dabei zu filmen und fotografieren, wie sie von den Wellen hin- und hergeschleudert wurde wie eine willenlose Puppe. Um ehrlich zu sein hatten zu diesem Zeitpunkt selbst die meisten Surfer beschlossen, dass es klüger war, die Wellen vom Ufer aus zu beobachten.

Unser Mittagessen erstanden wir in einer kleinen Hütte direkt am Strand, die aussah wie eine Requisite aus den „Fluch der Karibik“-Filmen. Leider ist sie inzwischen geschlossen und wenn man einen Tagesausflug hierher plant, ist es ratsam, Proviant mitzubringen. Trotzdem gibt es in der Nähe Cafés für den Notfall.

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Leider inzwischen geschlossen: die Beach Bar von Carrapateira

Nun also zum interessanten Teil unseres Tages in Carrapateira – dem Rückweg zum Auto. Was auf dem Hinweg noch ein kleiner, flacher Bach war, durch den wir einfach durchgelaufen waren, hatte sich inzwischen in einen reißenden Fluss verwandelt. Hinzu kam, dass dieser Fluss in eine große Lagune hinter dem Strand mündete, die sich bei Flut füllt. Wir hatten also zwei Optionen: Einen langen Umweg um die Lagune herum zu nehmen oder durch die Lagune hindurchzuwaten. Letzteres erschien uns eine gute Idee und bescherte uns zwar unvergessliche Erinnerungen, aber es gab während der Durchquerung definitiv Momente, in denen besonders Nigel dachte, dass dies vielleicht nicht die weiseste Entscheidung unseres Lebens gewesen ist. Es wurde teilweise so tief, dass wir unsere Habseligkeiten über dem Kopf tragen mussten. Trotzdem erreichten wir sicher das andere Ufer und Nigel – ganz Kavalier – lief den Berg hinauf, um das Auto zu holen und Martha unten aufzulesen.

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Hier noch ganz unscheinbar: das kleine ‚Bächlein‘, das sich im Laufe des Nachmittags zum reißenden Fluss entwickelte und die Lagune rechts hinter dem Berg

Im südwestlichsten Zipfel Portugals liegt das Kap St. Vincent mit seiner felsig wilden Küste und seinen tiefen Klippen, die zahlreiche Vogelarten beherbergen: von Wanderfalken und Milanen bis zu Reihern und Störchen. Sein Leuchtturm bewacht eine der meist genutzten Schifffahrtsrouten der Welt und sein Licht ist eines der hellsten in Europa – Man kann ihn aus bis zu 60km Entfernung sehen. Auf dem Weg zum Parkplatz gibt es einige Marktstände, an denen man Schmuck, Wollwaren und sogar Pelze kaufen kann – im portugiesischen Klima etwas ungewöhnlich.

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Wilde Schönheit: der berühmte Leuchtturm am Kap St Vincent

In der Nähe des Kaps liegt das Städtchen Sagres, von dessen Haffen aus sich die portugiesischen Seefahrer im 15. Jahrhundert auf ihre Entdeckungsreisen begaben. Heinrich, der bekannteste von ihnen, machte die Region berühmt und gründete die Seemannsschule von Sagres, die schnell zu einem Magneten für Segler aus aller Welt wurde. Heute findet man in Sagres zahlreiche historische Denkmäler aus römischer Zeit und der Hafen der Stadt ist nach wie vor belebt – besonders am Ende des Tages, wenn die Bote von ihrem Tagwerk mit ihrem wertvollen Proviant zurückkehren, um damit die Restaurants der ganzen Algarve zu beliefern.

In Sagres endet unsere Reise durch die westliche Algarve, aber natürlich gibt es noch weitere sehenswerte Orte auf dem Rückweg zum Flughafen. Zum Beispiel die Städte Silves und Lagos für historisch Interessierte, sowie die Küste westlich von Albufeira in der Näher von Gale, die eine Mischung aus langen Stränden und kleinen malerischen Buchten zu bieten hat. Ihr Praia do Sao Rafael ist laut einiger Experten einer der schönsten Strände der Welt.

Wir freuen uns auf unsere nächste Reise mit euch!

Alles Liebe,

Martha & Nigel

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Über den Autor

Nigel & Martha Kane

Nigel & Martha Kane

Martha und Nigel sind ein internationales Paar, leben im schönen Nordirland und lieben das Reisen! Nigel ist waschechter Nordire und Martha ist Deutsche. Als Martha einen Sommer lang in Schweden arbeitete, lernte sie Nigel zunächst per E-Mail als Kunden kennen. Nach 1,5 Jahren des E-Mail-Schreibens besuchte er sie zum ersten Mal in Leipzig. Weitere Treffen in London, Deutschland, Nordirland und Prag folgten, bevor Martha sich 2010 in Helens Bay, Nordirland niederließ. Seitdem haben sie viel zusammen gesehen. Nigel ist ein richtiger Reise-Experte und findet immer die besten Schnäppchen an den schönsten Orten. Gemeinsam waren sie in Schweden, Portugal, Spanien, Dänemark, Norwegen und weiten Teilen der USA. Im Mai 2015 heirateten die beiden am Strand von Coronado Island in Kalifornien.

1 Kommentar

  1. Portugal Kiteschool
    Portugal Kiteschool Dezember 27, 14:31

    Hi Nigel & Martha! Toller Beitrag, mit den Wellen in Portugal hatte ich auch schon zu kämpfen :) Nach einen Abflug nach dem anderen habe ich mich auch entschlossen es dann sein zu lassen. Habt ihr Erfahrungen zum Kitesurfen an den Stränden gemacht, die ihr beschreibt? Ist es dort erlaubt? Auch würde mich interessieren, wie es mit Kiteschulen bzw. Surfschulen allgemein aussieht. Auf euren Bildern ist zumindest keine in der Nähe der Strände zu erkennen. Beste Grüße!

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