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Hangzhou und der beeindruckende Westsee

Hangzhou und der beeindruckende Westsee
Dezember 06
10:51 2016

Von Shanghai nahm ich den Zug 1.Klasse in das etwa 180 Kilometer weiter südlich gelegene Hangzhou. 1. Klasse bedeutet, dass man nicht auf einer Holzbank sitzt und den Platz nicht mit einem Tier auf den Weg zur Schlachtbank teilen muss. Die ersten Kilometer waren dominiert von Industrie- und Fabrikgebäuden wie ich sie noch nie in dieser Größe gesehen hatte. Das einzige was mir hierzu einfiel ist: „Gott erschuf die Erde, alles andere ist Made in China“. Der Zug benötigt für die Strecke etwa eine Stunde.

Hangzhou ist gemessen an den anderen Metropolen der Ostküste Chinas mit „nur“ 8 Millionen Einwohnern eine der mittelgroßen Städte und ein kompletter Gegensatz zu Shanghai. Hier dominiert immer noch das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel das Straßenbild. Am Bahnhof stehen mehr muskelbetriebene Rikschas als Motorräder und Taxis. Ich bin dann aber doch mit einem Taxi zum Hotel am Westsee gefahren. Schon auf der Fahrt dorthin vielen mir die vielen Grünanlagen und Parks auf, welche ich in Shanghai komplett vermisste.

Wolkenkratzer in Hangzhou in China

Der Westsee in Hangzhou

Der See ist ein Touristenmagnet nicht nur für Chinesen und wird aufgrund seiner Schönheit von vielen anderen Städten kopiert. Der Legende folgend zankten sich ein Phönix und ein Drache um eine Perle, die dabei auf die Erde fiel und den See bildete.

Der See ist im Durchschnitt nur 1,50 Meter tief, bedeckt aber eine Fläche von 500 Hektar. Vor allem bei tiefstehender Sonne wirkt die gesamte Szenerie sehr mystisch. Genau das habe ich nach der modernen Stahl-, Glas- und Neonwelt in Shanghai, die mir durchaus auch sehr gut gefällt, gebraucht.

Der See ist von zwei nach chinesischen Dichtern benannten Dämmen in drei Teile getrennt. Auf dem mittleren Teil gibt es einige künstliche Inseln mit Pagoden. Ich buchte eine Rundfahrt mit einem kleinen Drachenboot und schipperte von einer Insel zur nächsten und von einer Pagode zur anderen. Je länger meine Fahrt dauerte, umso mehr wurde ich Eins mit der Natur.

Die Zeit verging viel zu schnell und als ich zurück ins Hotel kam, war die Sonne schon lange hinter dem Horizont verschwunden.

Pagoda im Westsee von Hangzhou in China

Alles gut dank des Drachenbrunnentees

Am nächsten Tag ging ich erst mal auf den Seidenmarkt. Hier befindet sich auch das nationale Seidenmuseum, dem ich einen kurzen Besuch abstattete. Nach einem kurzen Snack an einer Garküche fuhr ich für knapp 5 Euro mit einem Taxi zu den Teeplantagen. Diese liegen etwas außerhalb der Stadt und sind wie Reisterrassen angelegt. Einer der großen Unterschiede ist der Duft. Ich bin beim besten Willen kein Teetrinker, aber wenn es so einen leckeren Tee zu Hause gäbe, würde ich sicherlich nicht so viel Kaffee trinken.

Der Grüne Tee aus den Anbaugebieten um Hangzhou gilt als der Beste in China. Mein Favorit war jedoch der Sagen umwobene Drachenbrunnentee. Wenn alles stimmt was ich darüber erfahren habe, bin ich jetzt super gesund, strotze vor Manneskraft bis ins hohe Alter und mein Geldbeutel wird immer voll sein. Also dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Auf der Rückfahrt von den Teeplantagen stoppten wir noch kurz an der Pagode der sechs Harmonien, die leider schon geschlossen hatte.

Mein Taxifahrer brachte mich noch in eine alte chinesische Apotheke, die gleichzeitig ein Museum ist. Die Ausstellungsstücke erinnerten mich eher an einen Horrorfilm als an Medizin. Aber dank meines wunderbaren Drachenbrunnentees habe ich sowieso keinen Bedarf an solchen eher rustikalen Behandlungsmethoden.

Zu schnell verging die Zeit in Hangzhou in China

Leider waren meine zwei Tage hier in Hangzhou auch schon wieder vorbei. Der Flug vom internationalen Flughafen in Hangzhou zurück nach Manila ging schon um 5 Uhr am Morgen.

Nach den sechs Tagen in China bin ich mir aber gewiss, dass ich bald wieder zurückkomme. Es ist ein Land der krassen Gegensätze, aber eben auch ein faszinierendes Stück Erde, in dem es noch unendlich viel für mich zu entdecken gibt.

 

Über den Autor

Rhoody Brust

Rhoody Brust

Rhoody kommt aus der fränkischen Bierstadt Bamberg. Als gelernter Sound Engineer tourte er schon im Alter von 20 Jahren mit mehr oder weniger namhaften Acts quer durch Europa, Südamerika und Japan. Fremde Orte, Länder und Kulturen faszinierten ihn so sehr, dass er mit 32 seinen Job an den Nagel hängte, um in Südostasien eine Karriere als Tauchlehrer und Resort Manager zu starten. Seit nunmehr 13 Jahren lebt und arbeitet Rhoody in dieser Region. Einige seiner Erlebnisse teilt er auf seinem englischsprachigen, nicht immer 100% politisch korrekten Blog. Einige seiner journalistischen Arbeiten sind in deutschen Tauchmagazinen zu finden. Wenn dann noch etwas Zeit bleibt, versucht er sich als Hobby Webmaster, um seinen Lesern die wunderbare Unterwasserwelt der Philippinen näher zu bringen.

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